Weight Watchers Mitglieder und Trainerinnen berichten über ihren persönlichen Weg in ein schlankes und genussvolles Leben.

Gabys Erfolgsstory

HermannIt's a long, long way…

Wie weit ist es eigentlich bis zum Zielgewicht? Ungefähr genauso weit wie mit dem Fahrrad bis zum Schwarzen Meer…

Von Wien nach Tulcea, dem Tor zum Donaudelta, sind es grob geschätzt 2200 km. Nach 2 Jahren Vorbereitungszeit, in der ich Kartenmaterial studierte, Erfahrungsberichte las, Routen fürs Fahrrad-Navi erstellte und Etappenziele festlegte, stand es fest: Start am 23. August, Motorradbegleitung ab Pancevo.

Bei Kaiserwetter fuhr ich durch die Lobau bis Bratislava, mein erstes Etappenziel war Narad in der Slowakei. Am nächsten Tag fuhr ich ca. 8 km auf asphaltiertem Dammweg weiter, danach war es aus mit dem Asphalt: Schotter, Furchen, Gestrüpp, teilweise konnte man den Weg nur noch erahnen. Es rumpelte, ich wurde durchgeschüttelt, das ganze Fahrrad wurde durchgeschüttelt. Irgendwann passierte, was nicht passieren hätte dürfen. Ich wollte mit dem Handy ein Foto machen. Handy? WO IST MEIN HANDY? Zuletzt war es in der Lenkertasche unter der Klarsichtfolie bei der Karte. Ich kehrte um, schob mein Fahrrad ungefähr 2 km zurück und suchte alles ab. Nichts - mein Handy war weg!

Nach insgesamt 35 km auf der Piste fand ich eine Möglichkeit, zur Hauptstraße durchzudringen, und fuhr den Rest des Tages auf Asphalt. Mein nächstes Etappenziel war Sturovo. Als ich am Abend von meinem Laptop aus in meine Mails schaute, fand ich eine E-Mail einer WW-Kollegin vor. Mein Handy wurde gefunden. Der Finder muss sie über die Anrufliste angerufen haben: "Telephone, Slovak Republic, Adress". Am nächsten Tag – ich war mittlerweile in Budapest – bekam ich eine weitere Mail von ihr. Der Finder hatte sich noch einmal gemeldet. Nun hatte sie einen Namen und eine Telefonnummer von ihm. Ich rief ihn von der Hotelrezeption aus an. Er hatte mein Handy bei der Polizei in Komarno abgegeben! Unglaublich!

Die nächsten beiden Tage führte mich meine Tour durch die ungarische Puszta. 10 km vor Baja – an meinem Tag 5 – hatte ich das Gefühl, dass mein Rad ein wenig eierte. Ich stieg ab – und sah die Beschwerung: Mein hinterer Reifen war WEICH! Ich pumpte den Reifen auf und fuhr weiter, nach 2 km musste ich wieder nachpumpen. Pumpen – fahren – pumpen – fahren. So erreichte ich schließlich Baja. Meine Suche nach einer Radwerkstatt war erfolglos, heute war Samstag. Somit fuhr ich zur nächsten Tankstelle und legte selbst Hand an. Der Tankwart half mir dabei.

Aber dann! Ich konnte den Reifen nicht mehr einsetzen! Auch der Tankwart schaffte es nicht. Einige Helfer, die uns bereits umringten, waren ebenfalls erfolglos. Erst ein Jugendlicher, der vorbei kam, nahm das Rad, legte die Kette über den Kranz und setzte den Reifen mit zwei Handgriffen ein. HALLELUJA! Ich bedankte mich und suchte meine Unterkunft auf.

Es verging anscheinend kein Tag ohne Ereignisse! Ich fuhr zuerst einen Nebenfluss der Donau entlang, bevor ich wieder auf einem asphaltierten Dammweg unterwegs war. Es kam, wie es kommen musste. Mein Rad begann zu eiern, mein Tempo ließ nach. Mein hinterer Reifen verlor schon wieder Luft! Aufpumpen - fahren - aufpumpen - fahren. Bei Ujmohacs/Mohacs nahm ich die Fähre zum rechten Donauufer. Drüben angekommen erkundigte ich mich gleich nach einer Fahrradwerkstatt. Ein Mann mit Kind meinte schließlich, er kenne einen Fahrradmechaniker persönlich, der im gleichen Haus wie die Werkstatt wohnt. Ich hatte Glück! Immerhin war heute Sonntag. Nach einer Stunde war ich wieder startklar.

Ab Mohacs musste ich recht großräumig Naturschutzgebiete umfahren, bei Udvar passierte ich die Grenze nach Kroatien. Mein Etappenziel war Bilje auf einem Bio-Bauernhof.

Mein Tag 7 war ohne Vorkommnisse! Ich setzte die Umfahrung der Naturschutzgebiete fort und fuhr den ganzen Tag auf der Straße. In Ilok passierte ich die serbische Grenze und fuhr über die Donaubrücke nach Backa Palanka, meinem heutigen Etappenziel.

Aus Backa Palanka raus ging's nach ein paar km auf die ufernahe Sanddamm-Variante. Hier traf ich Mimi wieder, eine rumänische Deutsche, die ich am Vortag in Kroatien kennen gelernt hatte. Wir fuhren bis Novi Sad gemeinsam, davon ca. 15 km auf dem Sanddammweg. In Novi Sad trennten sich schließlich unsere Wege, weil ... ja, weil ich mir dachte, ich schau mir in Novi Sad eine Fahrradwerkstatt an ...

Runde 3: Bei der Einfahrt nach Novi Sad begann mein Fahrrad zu eiern. Und ich wusste schon, was los war! Im Stadtzentrum fand ich rasch eine Fahrradwerkstatt. Der Mechaniker fand, was bisher keiner gefunden hatte: einen Dorn im Mantel! Der hat mir vermutlich alle 3 Reifenpannen beschert! Auch hier kaufte ich noch einen weiteren Reserveschlauch. Somit hatte ich ab jetzt 4 Reserveschläuche im Gepäck  Man weiß ja nie!

Die Route führte mich schließlich nach Belgrad. Zuerst fuhr ich den Mündungsbereich der Save und die Save selbst entlang, anschließend umfuhr ich den Kalimegdan und drehte eine Runde durch die Innenstadt. Zusammen mit 574.820 Autos, LKWs, Lieferwagen und Bussen fuhr ich auf der Pancevobrücke über die Donau. Augen zu und durch!

Ab hier beschloss ich, den ufernahen Dammweg bis Pancevo zu fahren. Die Spuren waren nicht immer sichtbar, teilweise fuhr ich auf der Wiese. Aber ich wusste immer, dass ich mich AUF dem Damm befand! Die Donau sah ich nicht, aber ich fuhr eine Sumpflandschaft entlang, die traumhaft schön war! Bis ins hellgrün leuchtete die Oberfläche der Sümpfe. Schade, dass ich nicht fotografieren konnte! Nach fast 900 km seit Wien machte ich Pause in Pancevo. Mein Quartier hatte ich daher gleich für 2 Tage genommen.

An meinem Pausetag war Günter (meine Motorradbegleitung) mit dem Motorrad nach Pancevo unterwegs und brachte mir mein Uralt-Handy mit. Somit hatte ich ab hier eine Motorradbegleitung für die Weiterfahrt sowie ein Handy. Ausgeruht und gestärkt wagte ich mich nach dem Pausetag wieder auf den ufernahen Dammweg. Im Grunde genommen führt die Hauptroute über vorhandene Radwege oder Donaudämme. Für nicht asphaltierte Streckenabschnitte gibt es immer eine Alternativroute. Oft ist die ufernahe Variante die schönere, sie ist aber auch oft anstrengender und für die Reifen nicht immer schonend.

In Stara Palanka erreichte ich die Fähre nach Ram. Die Überfahrt (1 Auto, 1 Motorrad, 2 Fahrräder, 5 Personen!) nach Ram bot mir einen tollen Blick auf die Mündung des Donau-Tisa-Kanals in die Donau und auf die Donau selbst!

Kurz nach der Überfahrt erreichte ich meinen ersten 1000er :-)
Mein Etappenziel war am Silbersee kurz vor Veliko Gradiste.


Die nächsten beiden Tage waren einfach UNBESCHREIBLICH!

Ab der mittelalterlichen Festung Golubac verengt sich die Donau, hier beginnt der Donaudurchbruch Eisernes Tor, ein ca. 150 km langes Durchbruchstal der Donau. Auf der linken Seite das Banater Gebirge, auf der rechten Seite der Donau das serbische Erzgebirge. Die Donau bildet hier die Grenze zwischen Rumänien und Serbien.

Mal war die Donau schmal, dann wieder breiter. Eine traumhaft schöne Landschaft mit Steilwänden, Felsüberhängen, Waldabschnitten. Nach meiner Mittagspause in Dobra begannen die Tunnels. Insgesamt fährt man auf der gesamten Strecke durch 21 unbeleuchtete Tunnels mit einer Länge zwischen 45 m und 470 m. Gleich der erste war einer der längeren. Mein Lichtkegel wurde im Tunnel geradezu verschluckt. Ich hörte ein Auto hinter mir, die Motorengeräusche hallten im Tunnel! UIFF! Ich war froh, als ich wieder draußen war.

In Donji Milanovac ist die Donau wieder so breit wie ein See. Die traumhafte Landschaft setzte sich am nächsten Tag fort. An der engsten Stelle des Eisernen Tors ist die Donau nur noch 150 m breit, dafür aber 90 m tief.

So tief war die Donau nicht immer an dieser Stelle. Im Zuge der Bauarbeiten für das Wasserkraftwerk Eisernes Tor I wurde der Wasserspiegel der Donau um 35 m angehoben.

Danach ging es fast 6 km NUR bergauf, und das in der prallen Sonne! Am Wasserkraftwerk Eisernes Tor I überquerte ich die Donau, ab nun war ich in Rumänien.

Die Fahrt auf der E70 nach Drobeta Turnu Severin war Horror pur! STARK befahren. Autos, LKWs, Busse etc. rasten knapp an mir vorbei. Meine nächste Übernachtung war in Simian, ein paar km nach Drobeta.

Von nun an ging's bergab. Nicht geografisch (die linke Seite der Donau ist bis ins Donaudelta flach, während die rechte Seite hügelig bis bergig ist), sondern in Bezug auf den Lebensstandard.

Bei einem Foto-Stopp sprang ein Hund aus dem Nichts heraus und attackierte mich. Ich trat in die Pedale, hupte schrill, und der Hund verdrollte sich wieder. Ich hatte vorher schon von wilden streunenden Hunden gelesen. Daher hatte ich mir eine schrille Hupe und ein Pfefferspray gekauft, beides am Lenker griffbereit. Pfefferspray wollte ich eigentlich nicht einsetzen. Das sind halb verhungerte, frei streunende wilde Hunde, die entweder ihr Revier verteidigen oder auf der Nahrungssuche sind. Bedauernswerte Tiere.

Als nächstes Etappenziel legte ich Negotin auf der serbischen Seite fest, das leicht über die Staustufe Djerdap II / Portile de Fier II (Eisernes Tor II) erreichbar war. Kurz vor der Staustufe wurde ich gleich von mehreren Hunden angesprungen. Einige Polizisten, die herumstanden, griffen ein und verjagten die Hunde. Bei der Staustufe passierte ich die rumänisch-serbische Grenze und war wieder in Serbien.

Im mehr oder weniger strömenden Regen fuhr ich am nächsten Tag wieder zurück zur Staustufe Eisernes Tor II und war wieder in Rumänien. Die serbische Kontrolle fragte mich nach Drogen, Zigaretten, zu verzollenden Gegenständen. Ähm ... auf einem Fahrrad? Die rumänische Grenzkontrolle fragte nicht lange nach und durchwühlte meine Packtaschen, und das im strömenden Regen!

Mich erwartete eine ländliche Gegend mit kleinen Dörfern, Bauernhöfen, Schafherden. Von Tag zu Tag wurden die Dörfer kleiner, die Häuser ärmlicher und baufälliger. Tiefstes Armenhaus von Rumänien.

Die Hauptstraßen waren immer asphaltiert, für die Nebenstraßen reichte die Asphaltierung nicht. Die Müllhalden türmten sich.

Lokale, Gasthäuser, Cafés gab es so gut wie gar nicht mehr.

Alternative: ich suchte Lebensmittelgeschäfte – sogenannte Magazin Mixt oder Magazin General – auf, um zumindest Brot und Getränke zu kaufen. Käse oder Wurst gab's irgendwann auch nicht mehr, da die Magazins kaum noch Kühlschränke hatten.
Strategieänderung: ich musste an den Etappenzielen den Tagesproviant und den Gesamtbedarf an Getränken kaufen und mitschleppen. Meine Picknicks hielt ich entweder an einem überdachten Brunnen mit Sitzplatz oder am Wegesrand auf.
Kirchen gab es in jeder Ortschaft, sie werden gepflegt, restauriert. Sie verfallen nicht! Auch Friedhöfe gab es in jeder Ortschaft. Gelegentlich fiel mir ein Strohzelt am Straßenrand auf. Manchmal saß jemand neben einer derartigen Behausung am Boden. Später erfuhr ich, dass darin Wächter wohnen, die für ein paar Lei ein Feld bewachen. Arbeitsbeschaffung für Obdachlose.

Am Ortsende von Zimnicea dachte ich, ENDLICH ein Restaurant gefunden zu haben! Ich parkte mein Fahrrad neben dem Tisch und versuchte zu bestellen. Fehlanzeige! Kein Essen. Das war wieder nur ein Magazin Mixt mit ein paar Tischen und Sesseln neben dem Eingang. Bei vielen Magazins hat man die Möglichkeit, sich draußen an einen Tisch zu setzen. "Das nächste Gasthaus ist in Giurgiu, 59 km entfernt", erklärte mir ein Gast am Nebentisch. Er ging hinein, kam mit einer 1 ½ Liter Mineralwasserflasche zurück und drückte sie mir in die Hand. Ich wollte zahlen – NEIN. Er ließ sich das Mineralwasser nicht bezahlen! Gibt's so was auch? Die Leute haben selbst nichts und schenken mir Mineralwasser?

Ein Postamt:

Nach Calarasi ging's mit der Fähre über die Donau und dann über die Grenze nach Bulgarien. Am Stadtrand von Silistra verläuft die Grenze zwischen Rumänien und Bulgarien. Ab hier fließt die Donau nur noch durch Rumänien. Ich war seit Wien insgesamt 1817 km gefahren. Die nächsten Etappen waren hart, weil Steigungen auf mich zukamen. Somit warf ich erst einmal die "Waschmaschine" an – PAUSE!

In Silistra hatte ich ein Zimmer für 4 Tage gebucht, um meine Packtaschen im Zimmer zu lassen. Das Fahrrad blieb in der Hotelgarage versperrt. Meine 3-tägige Pause nutzte ich für einen Motorradausflug mit Günter. Das Ziel unseres Motorradausflugs war Bran in den Bergen.

Schloss Bran liegt in der Ortschaft Bran in Siebenbürgen. Die Burg wird Touristen als Dracula-Schloss präsentiert, da es dessen Beschreibung in Bram Stokers Roman Dracula ähnelt. Das historische Vorbild der Romanfigur, Fürst Vlad Tepes III. Drăculea, hat das Schloss aber wahrscheinlich nie betreten.

Am 3. Pausetag fuhren wir wieder zurück nach Silistra.

Von nun an ging's bergauf.

Wer meint, dass die Donau im Flachland dahinfließt und dass man entlang der Donau nur bergab fährt, sollte sich im Bikeline Radreiseführer die Seite 54 zu Gemüte führen! Nach den ersten beiden leichteren Steigungen bei leichtem Regen kam gleich der erste richtige Anstieg zum Kloster Dervent. Kaum war ich am Kloster vorbei, kamen die nächsten Steigungen.
In Baneasa beschloss ich, die Alternativroute lila zu nehmen, da diese Route geringere Steigungen hatte. Auf passabel asphaltierter Straße fuhr ich nach Oltina am Lacul Oltina. Der Regen hatte mittlerweile aufgehört.

In Oltina staunte ich nicht wenig, als ich die Asphaltstraße verlassen musste. Ich sah zwei Mädels am Straßenrand und fragte: "Ville?" - "la drapta, ... drapta." Das Ganze ergänzt mit Händen und Füßen. "la drapta" heißt nach rechts, so viel wusste ich mittlerweile schon. Also nach rechts und dann wieder nach rechts. Und ich landete auf der Schotterpiste! Und damit nicht genug, es ging STEIL bergauf! Ich musste das Rad samt Gepäck 2 km bergauf schieben! Ich schob und schob und schob...

Irgendwann hatte ich es dann doch geschafft und stand wieder einmal vor der Entscheidung: nehm ich den linken Weg oder den rechten?
Ich nahm den linken Weg und rumpelte dahin. In Ville schickte mich mein Navi durch eine Geröllhalde bergab. Und in weiterer Folge landete ich auf einem Feldweg, der sich mehrmals verzweigte, so dass ich nicht mehr sicher war, ob ich überhaupt je irgendwo ankommen würde.

Häuser in Sicht! Dunareni? Angeschrieben war nichts! Es war Dunareni! JUHU! UND: ich war ab Dunareni wieder auf passabler Asphaltstraße unterwegs! Ich konnte nach insgesamt 17 km Pistenfahrt endlich wieder flotter als mit 7 km/h fahren. Für diese 17 km Pistenfahrt hatte ich 2 Stunden ohne Pause gebraucht! Lila hat sich somit für mich erledigt!
Dann kamen die nächsten knackigen Steigungen. Eine knackiger als die andere. Steil, steil und lang, weniger steil, aber lang!

Das Etappenziel Seimenii Mici kurz nach Cernavoda erreichte ich nach einer Gesamtstrecke von 114 km – Summe aller Steigungen: 1.076 Höhenmeter!

Der nächste Tag hatte wieder Steigungen. Nur mit dem Unterschied, ich hatte KEINE Pisten, und die Etappe war viel kürzer – nur 50 km!

Für Harsova hatte ich von einem deutschen Tourenradfahrer, auf den ich über YouTube gestoßen war, die Adresse eines Restaurants, das auch Zimmer vermietet, und fuhr direkt hin. Die Zimmer waren über eine Außenleiter erreichbar, das Bad/WC war am Gang. Aber die Zimmer waren sauber!

Meine mittlerweile 22. Etappe war ein Experiment vermischt mit Improvisation. Im Zuge meiner Vorbereitungen für diese Tour war ich schon im Vorjahr auf einen Reisebericht eines Steirers gestoßen, der diese Etappe im Jahr 2011 links von der Donau gefahren war, um die Steigungen auf der rechten Seite der Donau zu vermeiden. Diesen Reisebericht hatte ich bei meiner Routenerstellung für's Navi mitberücksichtigt.

Über eine Donaubrücke erreichte ich Giurgeni. In die Ortschaft hinein, Straße nach Rachitoasa suchen und rauf auf den Dammweg. Zu Beginn rumpelte ich auf groben Steinen dahin.

Aber nach ca. 1 km war der Dammweg recht gut befahrbar. Aber das Beste am Dammweg war der Blick auf die Donau!

Nach 9 km Dammweg wollte ich von Ortschaft zu Ortschaft weiterfahren. Nach ein paar km auf Holperpisten warf ich schließlich das Handtuch und suchte nach einer Asphaltstraße. Lange Prärieabschnitte, kaum Ortschaften, so gut wie keine Infrastruktur. Um 15 Uhr 49 war ich vor der Ortstafel von Galati. Eigentlich dachte ich, ich bin gleich im Hotel. Weit gefehlt! Mein Navi führte mich ins Zentrum, eine Runde durch Galati, aus Galati wieder raus und dann auf eine Bundesstraße. Noch 40 km? Änderung der Einstellungen und unbefestigten Weg erlauben! Und schon sagte mein Navi bei der Neuberechnung: in 500 m links abbiegen. 9 km Rumpelfeldwegpiste! Nach insgesamt 133 km erreichte ich schließlich das Hotel!

Ab Galati trat Günter seine Heimfahrt nach Wien an, während ich meine Tour alleine fortsetzte. Ab hier musste ich auf der rechten Seite der Donau weiterfahren. Die Donau bildet hier die Grenze zwischen Rumänien und der Ukraine. Das Donaudelta kündigte sich an: Nebenarme der Donau, Kanäle, viele Seen. Teilweise sah ich auch ehemalige Seen, die ausgetrocknet waren. Und dann kamen - wie konnte es anders sein - Steigungen. Bergauf, bergab, bergauf, bergab. Wenn ich jetzt auch noch einen Looping machen hätte müssen, hätte ich mich wie im Wiener Prater gefühlt!

Nach 93,85 km (insgesamt nach 2207,70 km ab Wien) stand ich vor der Ortstafel Tulcea. Genau hier beginnt das Donaudelta, hier verzweigt sich die Donau in 3 Mündungsarme, die ins Schwarze Meer fließen. Tulcea gilt somit als Tor zum Donaudelta.

Das Biosphärenreservat Donaudelta stellt nach dem Wolgadelta das zweitgrößte Delta Europas dar, der Großteil liegt in Rumänien, ein kleiner Teil in der Ukraine. Das Delta wird von den 3 Mündungsarmen der Donau durchflossen: dem (linken) Chiliaarm als rumänisch-ukrainische Grenze, dem Sulinaarm in der Mitte und dem (rechten) Sfantu Gheorghe-Arm. Der mittlere Mündungsarm (der Sulinaarm) gilt als der Hauptarm der Donau. Somit mündet die Donau in Sulina ins Schwarze Meer.
Der Sulinaarm ist nicht bis zur Mündung befahrbar. Daher musste ich für dieses kleine Stück, das mir noch fehlte, nach 2 Tagen Regenpause in Tulcea ein Schiff nehmen. Der Sulinaarm ist zu einem großen Teil begradigt und als einziger der 3 Mündungsarme tief genug für Großschiffe. Nach 4 Stunden Fahrt – nahe der Anlegestelle - war er da: der Donaukilometer 0 in Sulina!

Die Kilometer der Donau werden flussaufwärts gemessen. Die Kilometrierung wurde "an der Mündung bei Sulina" begonnen. Offizieller Nullpunkt ist der alte Leuchtturm von Sulina aus 1870, der Sitz der Donaukommission. Die Tafel "Donaukilometer 0" steht genau gegenüber am anderen Ufer des Sulinaarms. Mit der Zeit wurden im Donaudelta weitere Gebiete angelandet, so dass die Mündung ins Schwarze Meer heute nicht mehr am damals festgelegten Kilometer 0 liegt. Die Küste liegt heute ca. 2 km entfernt. Der Mündungsarm selbst wurde noch weitere 5 km hinaus ins Schwarze Meer verlängert. Der offizielle Kilometer 0 ist trotzdem nach wie vor gültig.

In Sulina ging ich von Bord und fuhr Richtung Strand! Auf dem Weg zum Strand kam mir noch ein Rudel Pferde entgegen. Hier leben noch wilde Pferde! Man glaubt es kaum! Und dann war ich am Schwarzen Meer, und das mit samt meinem Fahrrad! Jetzt konnte ich wirklich sagen:

Ich bin mit dem Fahrrad von Wien bis zum Schwarzen Meer gefahren!

Der nächste Tag bescherte mir wieder Sonnenschein, beste Bedingungen für einen Ausflug ins Donaudelta. Vom Kai aus fuhr ich zusammen mit einer Gruppe Polen, die ich am Vortag auf der Fähre kennen gelernt hatte, mit einem kleinen Boot zuerst den Sulinaarm Richtung Mündung.

Am neuen Leuchtturm vorbei fuhren wir schließlich aufs offene Meer. Um die linke Begrenzung der Mündung herum ging es in die Musura Bay, vorbei an Inseln und Sandbänken, mitten in einen Pflanzenteppich. Wir beobachteten Schwärme von Pelikanen, Kormoranen, Schwänen, verschiedener Adler, Reiher, Möwen. Von der Musura Bay aus fuhren wir in die kleinen Kanäle im Delta. Manchmal musste unser Bootsführer den Motor herausheben und das Boot mit einem Ruder weiterschieben. Wir sahen eine Landschaft und eine Tierwelt, die so schön war, dass man gar nicht genug davon bekommt. Es war ein Erlebnis! Der Bootsausflug dauerte 5 1/2 Stunden. Einfach schön!

Für den nächsten Tag buchte ich ein Zimmer in Sfantu Gheorghe. Ich hatte vor, mit dem Fahrrad von Sulina aus einen der Deltakanäle entlang nach Sfantu Gheorghe zu fahren. Ich kannte Beschreibungen der Strecke: SEHR mühsam zu befahren, es kommen 2 Furten. Wenn der Wasserstand im Delta hoch ist, stehen die beiden Furten unter Wasser. Das kann bis zu hüfthoch sein. Ich hatte mir die Strecke mit Openstreetmap erstellt und auf's Navi übertragen. Karte gab's natürlich keine. Eine Fahrt ins Ungewisse …

Kaum war ich aus Sulina draußen, sah ich sie schon: Kormorane! Sie flogen über mich hinweg, waren am Wasser. Nach 8 km kam die erste Furt. Kein Wasser! Die zweite Furt ein paar km danach sah ähnlich aus. Ich kam an Seen vorbei, linkerhand genauso wie rechterhand.

Der Weg wurde nach ca. 25 km zunehmend holprig, danach kam immer mehr feiner Sand, so dass ich nur noch schieben konnte. Schließlich sah ich schon die ersten Häuser von Sfantu Gheorghe.

Jetzt wurde es spannend. Meine Straße ging in einen Pfad über, teilte sich. Geradeaus war auf meinem Navi nichts, ich sah aber eine Spur vor mir. Die Spur verzweigte sich noch einmal. Jetzt stimmte gar nichts mehr mit meinem Navi überein. Der auf meinem Navi eingezeichnete Pfad zeigte in einen See. Oder war das nur eine Pfütze? Seepfütze? Pfützensee? Straße mit Pfützensee? Ich fuhr links herum durch die Wiese. Pfad - dann einen anderen - Wiese - Gatsch - kleine Seepfütze! Aah, ein 40 cm breiter Betonweg. Rauf auf den Betonweg neben dem See. Betonweg neben der Seepfütze? Oder war das eine Straße mit Betonrand? Nein, das war eine Straße mit einem Gehsteig! Ich fuhr auf dem Gehsteig einer Straße, die man wegen der Pfützen nur schwer erkennen konnte. Die Pfützen waren stellenweise kleiner.

Sfantu Gheorghe hat NUR Sandstraßen, keine einzige asphaltierte Straße! Und anscheinend hatte es hier heftig geregnet. Und dann erreichte ich tatsächlich die Uferpromenade, die einzige Hauptstraße in Sfantu Gheorghe, ebenfalls eine Sandstraße. Nach einer Sand-Pfützen-Gatsch-Partie zum Strand und zur Mündung mit Schieben ohne Ende suchte ich schließlich meine Pension auf. Nach dem Mittagessen im Restaurant der Pension spazierte ich durch die Ortschaft. Die kleineren Straßen haben nur einen Betongehsteig, während die größeren Straßen gleich Betongehsteige auf beiden Seiten haben! Nobel, nobel! In Sfantu Gheorghe hab ich mehr schöne Häuser gesehen als in Sulina! Natürlich waren auch desolate Häuser dabei wie überall auf meiner Tour durch Rumänien. Dass es hier NUR Sandstraßen gibt, ist für einen Ort am Donaudelta aber erstaunlich.

Am nächsten Tag stieg ich nach einer Fahrt von 5 ½ Stunden auf dem Sfantu Gheorghe Arm in Tulcea aus. Nach einem weiteren Regentag in Tulcea ging ich in die letzte Runde meiner Tour. Entlang des südlichen Rands des Donaudeltas und entlang einiger Lagunen-Seen nahe des Schwarzen Meers fuhr ich bis Constanta (einer Hafenstadt am Schwarzen Meer), wo ich das Ende meiner Radtour erreichte.

Beim Bahnhof kaufte ich mir ein Ticket Constanta-Bukarest für den nächsten Tag um 8 Uhr 40 und ein Schlafwagenticket Bukarest-Wien für 14 Uhr.

Insgesamt bin ich mit dem Fahrrad 2448,89 km von Wien über das Donaudelta nach Constanta gefahren!

Es war eine außergewöhnliche Radtour. Interessant, spannend, abenteuerlich, strapaziös. Und man muss schon sehr zäh sein, um sie bis zum Ziel durchzuziehen! Aber all diese Strapazen, Erlebnisse und auch Pannen haben sich gelohnt. Ich habe wunderschöne Landschaften gesehen, ich habe Tiere beobachtet. Ich habe ärmliche Regionen gesehen, die mich berührt und auch vor den Kopf gestoßen haben. Aber ich habe auch eine Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft erfahren, mit der ich nie gerechnet hätte. Ich habe viel erlebt. Der Handyverlust wäre vermeidbar gewesen. Mit Reifenpannen und Defekten an der Ausrüstung rechnet man, wenn man auf holprigen Wegen unterwegs ist. Dazu muss man gerüstet sein oder zumindest wissen, wie man sich helfen kann. Ich habe Gleichgesinnte getroffen, mit denen ich unterhaltsame und lustige Stunden verbracht habe. Ich bin nicht die einzige, die sich so etwas in den Kopf setzt :-)

Natürlich war diese Tour auch eine sportliche Herausforderung für mich. Ich habe mir meine Erlebnisse und meine Eindrücke hart erarbeitet, erradelt. Alles in allem war nicht nur das Ziel Donaudelta das Ziel, sondern der gesamte Weg war das Ziel!

Ob bis zum Schwarzen Meer oder bis zum Zielgewicht. Der Weg ist lang und beschwerlich. Vielleicht gibt es Hindernisse, Holpersteine, Umwege. Vielleicht hat man einen Stillstand, muss umkehren.

ABER: wir schaffen ALLES, wenn wir es nur wirklich wollen! Und der Weg lohnt sich!

Als ich 2007 zu WW kam, um selbst abzunehmen, dachte ich mir: Sport? Bewegung? Muss das sein? Wie soll ich das überhaupt machen? Ich hab überhaupt keine Zeit dazu. Geht nicht, unmöglich. Dann sagte eine Freundin zu mir: fahr doch mit dem Rad in die Arbeit. Dauert genauso lang wie mit den Öffis, und du machst die Bewegung gleich auf dem Weg. Hm … Fahrrad? Steht im Keller und ist verstaubt. Die Reifen haben ja gar keine Luft mehr. Kann ich das noch? Ich bin ja nicht mehr die Jüngste. Na guuuuut. Wenn meine Freundin das kann, kann ich das auch. Ich hab begonnen, mit dem Rad ins Büro zu fahren. Das war der Beginn meiner Begeisterung für das Radfahren. Ich hab damals 18 kg mit WW abgenommen. Die regelmäßige Bewegung hat mir dabei geholfen.

P.S. Ich hab Blog geschrieben: http://donaudelta.blogspot.com
Und ein Bilderalbum findet ihr hier: https://goo.gl/photos/LdJUbYymciCPA7p36

 

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